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Freisprechanlage: documenta von innen, erbaulich

Zwei Herren von der Innenherrichtungsbrigade, oder wenn man so will, der sachlich-handwerklichen Einrichtung von Ausstellungsmöglichkeiten, sind zum Aktualsprech mit uns verabredet: Micha Balzer und Walter Peter. Der Herr Balzer hört auf die Bezeichnung Venue Koordinator / Συντονισμός εκθεσιακού χώρου. Technische Probleme, Zeitstress (Balzer: "Ich doch nicht!") und erste Kontakte mit Künstlern und Künstlerinnen wären auf der Sprechlinie. Streng: Keine Interna vorab. Das haben die Damen und Herren des Bodenpersonals unterschrieben!
Es grüßt die Begleitfluganlage...

Anhörung: Eine Visite beim BAMF in Offenbach

Bild des kasachischen Mädchen

Um 7.03 sind wir am Kasseler Hauptbahnhof verabredet, Sina, ein Freund und ich. Noch rasch etwas Proviant zugelegt, beim Bäcker in der Schlange mit lauter Männer stehen, die auch noch rasch was zum Essen kaufen wollen. Warum eigentlich nur Männer? Wir steigen in die Regionalbahn nach Frankfurt. Sina hat schlecht geschlafen, der Freund hat schlecht geschlafen, ich habe schlecht geschlafen. Heute ist Sinas Anhörung, in Offenbach, beim BAMF. Sina ist eine von den 745.545 Flüchtlingen, die 2016 nach Deutschland gekommen sind. "Anhörung: Eine Visite beim BAMF in Offenbach" vollständig lesen

Von der Sirene zur Flöte

Die Mobilfunkmaschine registriert öfters mal unbekannte Anrufe. Aus Jux ruft man dann mal zurück. Hier nun wurde mir der kostenlose Bezug einer ortsbekannten Zeitung für 1 Woche annonciert. Von einer derart weichgespülten Frauenstimme, dass ich mich dazu zu äußern veranlasst fühlte. Bei Odysseus waren es die Sirenen - heute sind es die Marketenderinnen des Marketings. Ich würde es nicht weiter für wert halten, wenn ich nicht selbst einmal Info-Marketender an einer deutschen Bildungs-Einrichtung gewesen wäre. Meine werbliche Telefon-Stimme war auch nicht schlecht. Ich wurde dann aber überbotet. Darauf trat ein gewisser Erlösungs-Effekt ein.

„Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate“ * Impressionen aus einer Kasseler Klinik....

(*Die ihr eintretet, laßt alle Hoffnung fahren) Dante, Die Göttliche Komödie, Hölle III, 9)

......die nicht namentlich genannt wird. Sie könnte anders heißen und überall stehen in den in den letzen Jahrzehnten geschaffenen Wüsten der privatisierten Daseinsfürsorgen.
(siehe auch: Der Spiegel Nr. 51 / 2016, „In der Krankenfabrik – Ausgelieferte Patienten, ausgebeutete Ärzte....“)

In Michael Endes Märchen „Momo“ gibt es "ümmer und überrrall"(EAV) das Böse in Gestalt Grauer Herren. Sie überleben einzig dadurch, dass sie den Qualm bestimmter Zigarren einatmen. Die Zigarren drehen sie sich aus der Zeit, die sie den Menschen abpressen oder abschwatzen. Ein geruhsam beim Besenschwingen vor sich hin philosophierender Beppo Straßenfeger oder der Zeitaufwand fürsorglich sich umeinander kümmernder Nachbarn sind ihnen lebensbedrohende Entsetzlichkeiten.
Vielen galt das Buch damals als Warnung davor, wohin aktuelle gesellschaftliche Trends zu führen drohten. Gewisse andere, auf die Durchökonomisierung aller Bereiche schon früh bedachten Kräfte werden die Dystopie allerdings in ihrer neoliberalen Zukunftswerkstatt als feuchten Wunschtraum erlebt haben. Mittlerweile hat der sich erfüllt – Graue Herren sind allem Anschein nach massenweise als logistische und geschäftsführende Fachkräfte angestellt und bestimmen den Alltag, z.B. von Patienten und Arbeitenden in Kliniken. Ausreichender qualitativer Aufwand für Kranke sowie, Pfui Deibel, das Nachfragen lästiger MüPs* scheinen ihnen ebenfalls lebensbedrohende Entsetzlichkeiten zu sein.....wie wir erleben konnten....
(*mündiger Patienten) " „Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate“ * Impressionen aus einer Kasseler Klinik...." vollständig lesen

Neulich beim Einsteigen: „Kasseler Krankeit“ oder Nonsalutaritis globalis?

“Kasseler Krankheit“nannte es ein Bekannter, der mir an einer Bushaltestelle seinen Ärger erzählte: Neulich beim Einsteigen in den Bus sei ihm einer begegnet, den er aus früheren Arbeitszusammenhängen kenne und der von der“ Kasseler Krankheit“ befallen sei. Das sei – so vermutete der Bekannte – wohl ein Kunsthistoriker, soweit er sich erinnere, habe der betreffende Herr... "Neulich beim Einsteigen: „Kasseler Krankeit“ oder Nonsalutaritis globalis?" vollständig lesen

Alltagssoziologie: Das Sowohl-als-auch-Paar

Bereits in den 1920ern und 30ern hatte sich Leopold von Wiese - im Rahmen seiner "Beziehungslehre" - fast zärtlich über seine kleinste soziale Einheit gebeugt: "das Paar". Und da konnte es sich nicht nur "um sympathisierende Zweiergruppen handeln, sondern auch um das Antipaar, dessen Verbundenheit auf Antipathie, z.B. auf Rivalität, Konkurrenz, Opposition, ja Konflikt ... beruht. Auch hier ist wieder drittens das Mischverhältnis von Mit- und Gegeneinander häufig." - Nun füge ich aus eigenen Forschungen hinzu die Schattierungen eines absteigenden Kopplungsvermögens von Ego und Alter: Wartenlassen > Hinhalten > Hängenlassen > Versetzen > Sitzenlassen.
Diese Erkenntnis widme ich dem zukünftigen Weltfrieden.

Freisprechanlage: Von Menschen und (Natur-)Katastrophen

Unser Gast Edda Friedrich kommt aus Naumburg, sie wurde von den dauernden Naturkatastrophen so berührt, dass sie ihr Erleben des Schrecklichen in ein Hörstück übersetzte, mit dem sie sich an einem Wettbewerb beteiligte. Anlässlich "Haiti" wurde dieses Stück in ein Doku-Drama von 20 Min. Länge übersetzt. Wir spielen dies in Sequenzen und Etappen mit Erläuterungen ein; die Autorin will darauf aufmerksam machen, "dass so ein einschneidendes Geschehen überall und jederzeit passieren kann."
Was die in einer Zeitung so genannte "Hobby-Autorin" sonst noch bewegt, wird sie erzählen können.
Auch über den Livestream hörbar, Wdh. Montag 10 Uhr; podcast folgt.

Geschäftsmodelle

Abzocken ist nicht gerade neu. Trotzdem hat sich unser Generalanzeiger der Sache bereits angenommen. Es stehen neuerings sehr große Schilder bei dem Supermarkt um die Ecke, wo dem vorübergehend ruhenden Menschenkind, das hier zu lange parkt, mit 19,90 Euro Strafe gedroht wird. Nämliches widerfuhr mir hinterm Willi-Bahnhof bei der Deutschen Bahn. (Hier waren es 22 Euro - für 20 Minuten Abholen -, der Preis scheint sich zwischen Bahn und Supermarkt einzupendeln.)
Auf beiden Parkplätzen ist es mir seit etlichen Jahren noch nicht gelungen, sie voll zu finden. Dafür findet es der Supermarkt wohl gelungen, zwischen Frankfurter Straße und Kurhessenhalle einen gerne im Schnelltempo von SUV's genutzte Abkürzung gebaut zu haben, um die Kreuzung Leuschnerstraße zu umgehen. Die Bodenschwelle ist einmal im Monat kaputt; die beiden Alibischranken werden nachts nicht geschlossen.
Das nennt man Geschäftsmodelle. Aus heißer Luft Geld machen. Einem Knöllchensheriff und der Schilda-Firma einen Job verschaffen. Das Privateigentum fördern, dem Gesetz Anwendung garantieren. Das nenn' ich Verlogenheit.

Neulich am Bebel

Es schneit. Unter den Schaufensterüberdachung links und rechts neben dem Hauseingang 149 steht jeweils eine Frau und schaut dem Flockenfall zu. Ein Mann ohne Kopfbedeckung, dafür aber mit einer brennenden Zigarette in der Hand, geht schwungvoll an den Frauen vorbei, rutscht, fängt sich und schaut auf seine Zigarette. Dann erst erklärt er den Frauen: "Da war Eis drunter", und geht weiter.

Die Kasselcam Webcam über Kassel ist wieder online!

Die Kasselcam ist nach einer kleinen Pause wieder online. Sie bietet den Kasselern und vielen Leuten in der Welt nun seit 15 Jahren einen schöne Blick von der Mönchbergstraße aus über die Stadt hinweg bis zum Herkues, und das gestochen scharf und in HD. Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch wieder "Das aktuelle Wetter von gestern" als Zeitrafferfilm täglich anbieten kann. Ein paar Fime findet man aber noch online.

www.kasselcam.de