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Harald Kimpel oder Die Suche nach dem Kontext

Harald Kimpel erwähnt in seinem Radio-Interview zur d 14 das auf diversen documenta-Ausstellungen virulente Thema "Eurozentrismus versus die Sicht-aufs-Dasein-allüberall". Womit wohl auch die sogenannten Dritten-Welt-Länder gemeint sind. Oder die Inuit oder die Indianer oder oder oder. Kimpel sagt, die Berücksichtigung der Nicht-Europäer beziehungsweise derjenigen Künstler, welche keine Westliche-Welt-Perspektive haben, machte die Rezeption ihrer Werke  schwierig, weil man zu ihrem Verständnis den kulturellen Kontext erarbeiten müsste, aus dem heraus sie erst verständlich werden. So allgemein gesagt, ist die Aussage Kimpels richtig. Aber sie gilt nicht nur für’s Fremde. Alles bedarf eines Kontextes, um verstanden zu werden.. Das fängt schon mit jedem einzelnen Wort an. Ecke Bonk hat das auf der documenta 11 gezeigt, indem er dem Besucher das Grimmsche Wörterbuch präsentierte, und zwar mit Hilfe einer Projektion der Wörter auf eine Museumswand. Ich habe vor zwei Tagen anlässlich der Arbeit von Bill Viola auf der d 14 nach der Bedeutung des englischen Begriffs RAFT gesucht und den Ausdruck THE RAFT OF MEDUSA gefunden. Demnach weist die Video-Arbeit Violas auf ein Floß hin, obwohl auf dem Bild, auf den Bildern kein Floß zu sehen ist. Mehr hier: https://klausbaum.wordpress.com/2017/08/30/harald-kimpel-und-der-kontext/

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Kommentare

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Margot am :

Raft kann auch von rafting kommen, "Bei dieser Wassersportart wird mit einem Schlauchboot (Raft) ein Fluss befahren." In dem gegenstandslosen Raum stehen und bewegen sich Menschen in Zeitlupe. Wie intensiv Bewegungen sein können, wenn sie langsam wie die indisch gekleidete Frau den Mann am Ellenbogen anfasst, um an ihm vorbeizugehen. Das waagrecht einschießende Wasser reicht an die vagen Vorstellungen heran, die ich mir von den Flüchtlingen in den Schlauchbooten mache. Nicht so genau stelle ich es mir vor. Lieber nicht.

klaus baum am :

danke margot für die ergänzende deutung. wirklich aufschlussreich.

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