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Mieterstrom für die bürgernahe Energiewende

Machen Solar-Mieterstrom möglich: Lena Cielejewski, Christopher Neumann und Daniel Netter von prosumergy
Niestetal, 26. Juli 2016: Das Team der jungen Firma prosumergy feiert Richtfest für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines 8-Familienhauses. Das Besondere: Die dort wohnenden Mieter können den auf ihrem Dach erzeugten Solarstrom direkt und ohne Umwege verbrauchen. Und das zu günstigeren Konditionen, als sie der regionale Energieversorger anbietet. Möglich wird dies durch ein intelligentes Geschäftsmodell, das Lena Cielejewski, Christopher Neumann und Daniel Netter – alle Absolventen der Universität Kassel – entwickelt haben, um zusammen mit Hauseigentümern und -bewohnern die bürgernahe Energiewende voranzubringen.

Die Mieter des Hauses brauchten von diesem Modell nicht lange überzeugt zu werden, wie der im Haus lebende Bernd Büsterfeld berichtet. "Unser Vermieter kam auf uns mit dieser Idee zu. Wir haben zusammen eine kleine Mieterversammlung gemacht und dann war für die meisten im Haus klar: Wir wollen weg vom Atom-Strom und unseren Beitrag zur Energiewende leisten."
Das Tolle für die Mieter: Sie beziehen den auf ihrem Dach produzierten Strom nach Inbetriebnahme der PV-Anlage größtenteils selbst. Nur der Teil, der nicht direkt im Haus verbraucht wird, wird ins Netz eingespeist.

Sollte die hauseigene Anlage einmal nicht genug Strom produzieren, um alle Haushalte gleichzeitig zu versorgen, beziehen die Mieter diesen Strom aus dem Netz.
Dafür haben sie mit prosumergy einen Stromliefervertrag abgeschlossen, der ihnen garantiert, dass sie regenerativ erzeugten Strom bekommen.
Das junge Unternehmen übernimmt die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder Energieversorger und schließt mit seinem Geschäftsmodell eine Lücke. Denn bisher war es fast ausschließlich Eigentümern von Einfamilienhäusern vergönnt, den auf dem Dach ihres Hauses erzeugten Strom zu verbrauchen.
Möchte der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses das Gleiche tun, wird er rechtlich gesehen zum Stromlieferanten. "Das bedeutet für einen einzelnen Hausbesitzer einen riesigen Aufwand, weil er all das einlösen muss, was ein klassischer Energieversorger tut. Und das ist in der Regel einen für ihn schier unlösbare Aufgabe", berichtet Christopher Neumann von prosumergy aus seinen Erfahrungen.

Mit dem prosumergy-Modell können aufgeschlossene Hauseigentümer oder auch Mieter an das junge Unternehmen herantreten, um Mieterstrom vom eigenen Hausdach zu bekommen. Die Solarexperten konzipieren für jede Immobilie die passgenaue Anlage. Die früher viel zitierte Aussage, dass sich das nur lohne, wenn das Dach nach Süden ausgerichtet ist, relativieren die Experten. "Gerade eine Ost-West-Ausrichtung des Daches sorgt für einen guten Eigenverbrauchsgrad, also den Anteil, den die Mieter direkt im Haus verbrauchen", sagt Daniel Netter.
"Denn morgens, wenn die Sonne im Osten aufgeht, sind viele zuhause und brauchen Strom. Danach sind die meisten bei der Arbeit. Nachmittags, wenn die Sonne im Westen steht sind viele wieder zuhause und benötigen dann Strom.

Im Regelfall investiert der Hauseigentümer in die PV-Anlage auf seinem Dach und das prosumergy-Team regelt den Rest – die Planung und Bau der Anlage, die Verträge mit den Mietern, die Lieferung des Stroms und die dazugehörigen, transparenten Abrechnungen.
"Das ist für alle Beteiligten eine Win-win-Situation", wie Lena Cielejewski sagt. "Der Hauseigentümer verdient mit dem im Haus selbst verbrauchten Strom mehr, als mit ins Netz eingespeistem und die Mieter bekommen den auf ihrem Dach erzeugten Strom günstiger als den von ihrem lokalen oder regionalen Energieversorger."
Für das prosumergy-Team ist ihr Modell ein Baustein, um die bürgernahe Energiewende weiter voranzubringen. Derzeit entwickelt das Team deutschlandweit seine Projekte und hofft darauf, dass auch in der Region, in der die Firmengründer leben, noch viele weitere Mieterstrom-Objekte entstehen.

An Ideen für die Umsetzung mangelt es keinesfalls. Die Bürgerengergiegenossenschaft Kassel & Söhne eG hat bereits Interesse an der Kooperation angemeldet. Sie möchte es Hauseigentümern oder auch größeren Wohnungsbaugesellschaften, die nicht in eine PV-Anlage auf ihrem Dach investieren können oder wollen, ermöglichen, ein Mieterstrom-Modell zu etablieren.
In diesem Falle würden die Bürgergenossen, denen sich Mieter und Vermieter anschließen können, in die Anlage investieren und für deren Realisierung sorgen, so dass die Mieter im Haus Strom vom eigenen Dach bekommen.

Mieterstrom für Kassel und die Welt - StadtLabor im Freien Radio
Donnerstag, 25. August, 21 bis 22 Uhr, live
UKW-Frequenz 97.8 per Kabel und 105.8 über Antenne; Livestream über: www.freies-radio-kassel.de

Info: www.prosumergy.de

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