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Die levitierten Ringe am Tannenwäldchen

Dem aufmerksamen Spaziergänger im Tannenwäldchen wird es nicht entgangen sein: Nach weitgehender Fertigstellung des neuen Hochbehälters hat man an den aufgeschütteten Seitenflanken eine Reihe großer Metallringe angeordnet. Was kann das sein? Probeabschnitte der verbauten Wasserrohre? Wohl kaum bei gut fünf Metern Durchmesser. Requisiten für die neue Filmfolge des Herrn der Ringe? Zwischenlagerung der Olympischen Ringe? Beides eher unwahrscheinlich. Stützstrumpfsegmente für den Herkules? Da wäre Bronze angemessen, aber kein Stahlblech. Eine Hangstabilisierung? Auch nicht, einer ist schon abgerutscht. Beeteinfassungen? Man kann dem Gartenamt allerhand zutrauen, aber sowas?

Wasser-Levitierung im Großversuch!

Abschirmung gegen böse Strahlen! Das wäre möglich, schließlich steht ja gleich daneben einer der schlimmen Funkmasten. Jeder dieser Ringe ist physikalisch betrachtet ein Schwingkreis mit einer bestimmten Eigenfrequenz. Angeregt durch die Mobilfunkfrequenzen senden die Ringe nun ihrerseits eine energetische Strahlung direkt in den Hochbehälter. Das Wasser dort wird nun levitiert, das heisst es nimmt durch die aufgenommene Information einen ganz bestimmten Energiezustand an, der sonst nur durch eine aufwendige Rührprozedur zu erzielen ist und der dem Wasser eine feinstoffliche positive Kraft aufprägt. Solches Wasser kann man im einschlägigen Esoterik-Fachhandel für einen gesunden Preis käuflich erwerben - und da drängt sich ein schlimmer Verdacht auf: Bald werden uns die Städtischen Werke über die neuen feinstofflichen - also jenseits des Einstein'schen Universums wirksamen - Eigenschaften des bisher banalen Kranewassers aufklären.

Und nicht nur das, sie werden auch pro Kubikmeter einen Euro extra auf die Rechnung setzen. Und noch einen auf die Abwasser-Rechnung, denn dieses Wasser muss mit der gleichen Menge normalen Wassers verdünnt werden, damit die euphorisierten Bakterien in der biologischen Kläranlage nicht komplett in das benachbarte Raum-Zeit-Kontinuum abdriften.

Eine Nachfrage bei Fachleuten ergab die beruhigende Auskunft, dass die aus den Funkmasten transformierte energetische Information keinerlei Daten oder Inhalte aus Mobilfunkübertragungen enthält. NSA-Expertisen, die dem BND und dem örtlichen Wassermeister zugespielt wurden, betätigen das. Der Datenschutzbeauftragte der Städtischen Werke soll das mit Befriedigung zur Kenntnis genommen haben.

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Kommentare

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Helmut am :

You made my day!

Thilo am :

Weiß eigentlich irgendjemand was die da seit Jahren bauen? Diverse Hinweise auf Schildern an den Grenzen der Baustätte lassen auf eine gewisse Verschlossenheit und recht direkte Abwehrhaltung gegenüber interessierten Zaungästen seitens der Bauherren schließen und lösen bei mir ein undefiniert misstrauisches Gefühl aus.

MR am :

Das "undifiniert misstrauische Gefühl" ist die Seelenlage der Jetztzeit (etwa so wie die selbstgebastelte undefinierte Spiritualität).

Wolfgang Ehle am :

@Thilo: An dieser Stelle wäre ich ausnahmsweise mal nicht undefiniert misstrauisch. Ich finde es schon okay, wenn ein Hochbehälter, der Trinkwasser für eine ganze Stadt enthält,nicht für jeden öffentlich zugänglich ist. 10 Gramm LSD da rein gekippt und ganz Kassel ist drei Tage high - obwohl... :))

MR am :

Die Spitze der Stadtregierung soll das sowieso schon sein...

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