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Verschiedenartige Angriffe auf die Menschenrechte zum Jahrestag

Das sehr örtliche "Bündnis gegen Antisemitismus" lädt uns ein zwei Filme zu sehen. "Zeit zu Leben und Zeit zu Sterben", USA 1958 (22.10.2013, 17.00 Uhr im kleinen Bali-Kino) und "Der Kommandeur" USA 1949 (ebenda 23.10.2013, 17.00 Uhr). Dazu wird eine ideologische Verpackung gegeben, die sich zum "Jahrestag" der Bombardierung Kassels äußert.
Das Intro lautet: "Im Oktober 2013 jährt sich zum 70. Mal der Luftangriff auf Kassel. Nach dem Krieg blieb die Strategie der alliierten Luftstreitkräfte im Focus öffentlicher Anklage. Obwohl heute die Verbrechen des Naziregimes in der umfassenden „Erinnerungsarbeit“ deutscher Fernsehfilme kein Tabu mehr sind, hat sich an dieser Sichtweise auf die alliierten Kriegshandlungen wenig geändert, was sich geändert hat, ist, dass man auch den deutschen Tätern eine Traumatisierung zubilligt und so auch diese in die immer größer werdende Gemeinschaft der Opfer eingemeindet."
Seit einigen Jahren versucht ein Mitglied des BgA (in diesen und verwandten Äußerungen), den Weltkrieg und damit den gerechten Krieg der Christen gegen den Antichristen im Dienste des ersten und alleinigen Gottes nicht aufhören zu lassen. Vor allem wird in diesen serpentinischen Äußerungen die Achse zwischen Gut und Böse intensiv verlängert. In Nürnberg wurde zur Verurteilung der Ungeheuer der Tatbestand des "Verbrechens gegen die Menschlichkeit" gefunden und erfunden. Heute soll die in diesem Sinne menschenrechtswidrige Bombardierung der deutschen Zivilbevölkerung für notwendig erklärt werden. Dazu gehört die bekannte Kritik an der Täter-Opfer-Umkehrung.
In einer öffentlichen Verlaubarung wird also den das Inferno überlebenden Kasselern oder vielmehr Kasselänern mitgeteilt, dass ihnen recht geschehen sei, und der, der ihr persönliches Erleben würdigt, sei ein Förderer der Nazis und Antisemiten. Furchtbar!
Ich hoffe sehr, dass die Zeit über diese schuldbeladene Obsession hinweggeht, so, wie so über die vielen religiösen Sekten der sehr verschiedenenen Herkünfte (Juden, Christen, Mohammedaner?) hinweggegangen ist. Ein "Jahrestag der Bombardierung" - welche Perversion möchte man noch organisieren? Das Brennen der Körper und ihre Asche gibt keinen Gedenktag her. (Außer in der Intensität von mir und meinen Mitbewohnern der Erde.)

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Kommentare

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People Against Goodness And Normalcy am :

Ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" wäre z.B. das Anstandstück Kuchen für sich zu beanspruchen.

Die gemäss FDGO-Sprachregelung verharmlosende falsche Übersetzung der "crimes against humanity" aka "Verbrechen gegen die Menschheit" sollte sogar Rechtsidealisten sauer aufstossen.

MR am :

Nunja, das Abdendland hat es im jüdisch-christlichen Bereich zu einem beachtlichen Schrift-Exegese-Personal gebracht. Insofern wäre Sprachgenauigkeit sicher angebracht. "Humanity", ein anglo-amerikanischer Klau in der europäischen "Humanität", wird heute - im Zusammenhang mit "Verbrechen" - allgemein mit "Menschlichkeit" übersetzt. (Das Thema "Menschheit" wäre inzwischen bei Carl Schmitt gut aufgehoben.) Jedenfalls lachen sich die Anglo-Amerikanischen heute einen Ast, wenn die alteuropäische "Menschenwürde" in den Schützengraben geschickt wird. Das ist transatlantisch alles schon verabschiedet. Wenn wir es machen können, machen wir es, um Tony Blair noch einmal zum unverdienten Zitat zu verhelfen. Da ist die "humanity" schon in die Tonne gekloppt - anyway, rechts- oder links- oder sonstwie-idealistisch.

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